3 Tage im Dauereinsatz wegen Sturmtief Bernd — Feuerwehr Köln arbeitet rund 3750 unwetterbedingte Einsätze im gesamten Stadtgebiet ab

Die Löschgruppe Wahn-Heide-Lind ist am Morgen des 14.07.2021 um 10:07 Uhr zur Wachbereitschaft alarmiert worden. Grund für die Alarmierung war ein erhöhtes Einsatzaufkommen aufgrund des Starkregens. Von dem Zeitpunkt der Alarmierung waren wir bis auf eine kurze Pause in der Nacht von Donnerstag auf Freitag durchgehend im Einsatz. Um unser Einsatzdienstpersonal zu entlasten und unser Löschgruppenfahrzeug durchgehend einsatzbereit zu halten haben wir einen Schichtbetrieb eingerichtet.

Im folgenden berichten wir über Einsätze im Zeitraum 14.07.2021 – 16.07.2021 die wir abgearbeitet haben. Alle Einsätze findet ihr in unserer Einsatzliste 2021.

Einsatz 46/2021

📟 EinsatzstichwortWASSER1
⏱ Alarmierung14.07.2021,
11:00 Uhr
📍 EinsatzstelleFrankfurter Straße,
Köln-Gremberghoven
🚒 Einheiten47 LF20KatS 01

Der zweite Einsatz führte uns unter den Bahnhof Frankfurter Straße in Köln-Gremberghoven. Die Unterführung des Bahnhofes war vollgelaufen und behinderte ein Durchkommen des fließenden Verkehrs.

Die Unterführung wurde zunächst durch uns mittels Fahrzeugpumpe und Tragkraftspritze abgepumpt. Anschließend haben die Stadtentwässerungsbetriebe Köln übernommen. Somit konnten wir zum nächsten Einsatz weiter fahren.

Foto: Robin Hamann / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind

Einsatz 47/2021

📟 EinsatzstichwortWASSER1
⏱ Alarmierung14.07.2021,
11:00 Uhr
📍 EinsatzstelleSubbelrather Straße,
Köln-Bickendorf
🚒 Einheiten02 ELW1 01,
47 LF20KatS 01,
47 MTF 01,
86 LF10 01,
86 MTF 02,
87 LF10 01,
97 MTF 01,
97 AH-L 01,
98 LF10 01

Von Gremberghoven sind wir dann zur Unterstützung anderer Einheiten nach Bickendorf gefahren. In mehreren Mehrfamilienhäusern sind die Keller durch die Abflüsse vollgelaufen.

Wir sind mit mehreren Tauch- und Schmutzwasserpumpen vorgegangen um den Keller leer zu pumpen. Da wir mit unseren Pumpen den Wasserstand maximal halten und nicht senken konnten wurde die Einsatzstelle vorerst aufgegeben, damit die an der Einsatzstelle befindlichen Einsatzmittel wo anders helfen können.

Im Einsatz waren etwa 30 Einsatzkräfte von den Löschgruppen Brück, Eil, Ensen, Fühlingen und Wahn-Heide-Lind der Freiwilligen Feuerwehr Köln und dem Führungsdienst der Branddirektion.

Foto: Lars Donath / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind
Foto: Lars Donath / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind

Einsatz 55/2021

📟 EinsatzstichwortWASSER2
⏱ Alarmierung14.07.2021,
23:10 Uhr
📍 EinsatzstelleColonia-Allee,
Köln-Holweide
🚒 Einheiten47 LF20KatS 01

Um 23:10 Uhr wurden wir in die Colonia-Allee zu einem Softwareunternehmen alarmiert. Ein Serverraum im Keller wurde mit Wasser geflutet. Das Wasser drohte einen Sachschaden in nicht unerheblichem Maß zu verursachen.

Neben der bereits verständigten Fachfirma haben wir mit Tauch- und Schmutzwasserpumpe ausgeholfen bis ein unkritischer Wasserstand erreicht war.

Neben dem Wasserschaden im Keller wurde ein Wasserschaden auf dem Flachdach festgestellt. Durch die undichte Dachpappe ist ein geringfügiger Wasserschaden im obersten Stockwerk entstanden. Hier wurde an eine Fachfirma verwiesen.

Foto: Lars Donath / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind
Foto: Lars Donath / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind

Einsatz 57/2021

📟 EinsatzstichwortWASSER2
⏱ Alarmierung15.07.2021,
02:10 Uhr
📍 EinsatzstelleMarie-Juchacz-Straße,
Köln-Höhenhaus
🚒 Einheiten47 LF20KatS 01,
97 LF10 01,
97 MTF 01,
97 AH-L 01

Auf Nachforderung der Löschgruppe Eil haben wir mit unserem LF-KatS bei einer Einsatzstelle in Höhenhaus unterstützt.

Hier war der Kellerbereich einer Kirche und des anliegendem Pfarrheims geflutet worden. Mit mehreren Tauch- und Schmutzwasserpumpen aus beiden Einheiten, sowie unserer Tragkraftspritze wurde das Wasser abgepumpt.

Foto: Lars Donath / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind

Einsatz 84/2021

📟 EinsatzstichwortWASSER1
⏱ Alarmierung16.07.2021,
08:20 Uhr
📍 EinsatzstelleVon-Bodelschwingh-Straße,
Köln-Höhenhaus
🚒 Einheiten47 LF20KatS 01,
89 LF10 01

Nach einer Arbeitspause über die Nacht, haben wir uns um 7:30 Uhr wieder einsatzbereit gemeldet und wurden eine knappe Stunde später nach Höhenhaus alarmiert.

In einem Mehrfamilienhaus in der Von-Bodelschwingh-Straße war der großräumige Keller vollgelaufen. Unter Einsatz von drei Tauchpumpen und einer Schmutzwasserpumpe haben wir gemeinsam mit der Löschgruppe Dünnwald den Keller ausgepumpt.

Foto: Lars Donath / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind

Einsatz 85/2021

📟 EinsatzstichwortWASSER1
⏱ Alarmierung16.07.2021,
13:20 Uhr
📍 EinsatzstelleKurt-Weill-Weg,
Köln-Bocklemünd
🚒 Einheiten47 LF20KatS 01,
86 LF10 01,
89 LF10 01

Von Höhenhaus aus ging es für uns nach Bocklemünd auf Nachforderung der Löschgruppe Fühlingen. Die Löschgruppe Fühlingen war hier bereits länger auf der anderen Straßenseite in einer Jugendeinrichtung tätig.

Wir waren für einen vollgelaufenen Keller in einem Reihenmehrfamilienhaus zuständig auf der anderen Straßenseite. Dieser wurde mittels Tauchpumpe leergepumpt.

Nachdem wir auf unserer Straßenseite mit dem Keller fertig waren haben wir auf der anderen Straßenseite die Löschgruppen Fühlingen und Dünnwald noch unterstützt.

In einer Jugendeinrichtung ist Wasser im Keller eingetreten. Der Keller wurde mittels einer Flachsaugpumpe und vier Tauchpumpen leer gepumpt.

Foto: Lars Donath / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind
Foto: Lars Donath / Löschgruppe Wahn-Heide-Lind

Offizielle Pressemeldungen der Feuerwehr Köln

Einsätze Dauerregen (Pressemeldung vom 14.07.2021, 11:04 Uhr)
Der Deutsche Wetterdienst warnt für Köln vor extrem ergiebigem Dauerregen bis morgen früh 6 Uhr. Die Feuerwehr Köln beobachtet die Lage und hat sich auf die ausgegebene Unwetterwarnung vorbereitet: In der Leitstelle wurde von Normal- auf Sonderbetrieb umgestellt. Das bedeutet, das 16 von 18 Einsatzdispositionsplätzen (18 Mitarbeiter*innen) besetzt sind, die Einsätze gesammelt und nach Priorisierung abgearbeitet werden. Gleichzeitig wurde bereits der Gesamtalarm für die Freiwillige Feuerwehr Köln ausgelöst, so dass aktuell stadtweit alle Gerätehäuser besetzt werden. Bisher gibt es 55 wasserbedingte Einsätze im Stadtgebiet. Dazu gehören vollgelaufene Keller, überflutete Unterführungen und in Lövenich muss ein Indoorspielplatz von Wasser befreit werden. Zum Vergleich: Beim Starkregen Anfang Juni hatte die Feuerwehr rund 550 Einsätze in einer Nacht.

180 Einsätze durch Dauerregen (Pressemeldung vom 14.07.2021, 12:27 Uhr)
Die Einsatzzahlen der Feuerwehr Köln stiegen zwischenzeitlich stark an. Allein in der letzten Stunde rückten die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte rund 100 Mal aus. Insgesamt wurden der Feuerwehr bislang 180 wetterbedingte Einsätze gemeldet.
Im Maarweg musste ein Auto aus einer überfluteten Unterführung geborgen werden, vielerorts sind Keller und Straßen vollgelaufen. Verletzt wurde bislang niemand. Einen größeren Einsatz hatte es am Morgen in Lövenich gegeben, wo eine Indoorsportanlage ausgepumpt werden musste. Dort hatte die Entwässerung versagt und Regenwasser ist in das Gebäude eingedrungen. Aktuell sind alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr und vereinzelt Einheiten der Berufsfeuerwehr im Einsatz, um die Wasserschäden zu beseitigen.

Anhaltender Dauerregen fordert die Feuerwehr Köln – Deutliche Zunahme an Einsätzen- bislang über 1.700 Einsatzmeldungen (Pressemeldung vom 14.07.2021, 20:23 Uhr)
Die Einsatzzahlen der Feuerwehr Köln steigen seit 17 Uhr wieder deutlich an. Noch am frühen Nachmittag entspannte sich die Einsatzlage vorübergehend. Bislang mussten Einsatzkräfte der Freiwilligen- und Berufsfeuerwehr gut 1.000 wetterbedingte Einsätze abarbeiten. Weitere 700 Einsätze liegen an und werden sukzessive nach vorheriger Priorisierung abgearbeitet. Die Freiwillige Feuerwehr Köln befindet sich seit den Mittagsstunden mit allen verfügbaren Kräften im Dauereinsatz. Neben der Feuerwehr unterstützt aktuell auch das Technische Hilfswerk im Stadtgebiet Köln. Glücklicherweise wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt niemand im Zusammenhang mit dem Unwetter verletzt. Einsatzschwerpunkte sind weiterhin vollgelaufene Keller, überspülte Straßen sowie geflutete Unterführungen im gesamten Stadtgebiet. Vereinzelt gibt es umgestürzte Bäume und Astbruch. Die Überflutungen führen vereinzelt zu Straßensperrungen im gesamten Stadtgebiet. Aus Aachen erfolgte am frühen Abend die Anforderung zur Unterstützung bei wetterbedingten Einsätzen. Hierzu wurde eine sogenannte Einsatzbereitschaft alarmiert, welche sich aus Einsatzkräften des Rhein-Erft-Kreises und der Feuerwehr Köln zusammen setzen. Daneben hat der Kreis Ahrweiler die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Köln mit einem Hubschrauber angefordert.  Die Feuerwehr bittet eindringlich den Notruf nur in Notfällen zu wählen! Die Notrufleitungen sind stark belastet, es kommt zu längeren Wartezeiten im Notruf. Bleiben sie in der Leitung und legen sie nicht auf! Aufgrund der Vielzahl von Einsätzen werden die Einsätze derzeit nacheinander abgearbeitet. Auch hier kommt es derzeit zu erheblichen Wartezeiten. Sollte der Einsatz der Feuerwehr nicht mehr erforderlich sein, so bitten wir die Feuerwehrleitstelle entsprechend zu informieren.

Rund 3.000 Einsätze – Strömungsretter retten vier Personen (Pressemeldung vom 15.07.2021, 16:47 Uhr)
Bisher haben die haupt- und ehrenamtlichen Rettungskräfte seit gestern 9 Uhr 2.907 Einsätze absolviert, rund 1.000 sind noch offen. Während sich die Lage in Köln langsam entspannt, leisten die Einsatzkräfte im Umland weiter Hilfe. So konnten vier Vermisste in Erftstadt-Bliesheim durch die Kölner Strömungsretter gerettet werden: Heute Morgen gerieten in Erftstadt zwei Personen ins Wasser. Zwei Feuerwehrleute der örtlichen Feuerwehr wollten Hilfe leisten und gerieten dabei selbst in Not. Alle vier Personen konnten sich an Ästen und Treibgut festhalten. Aus Köln wurden die Strömungsretter mit dem Rettungshubschrauber zur Einsatzstelle gebracht. Die Einsatzfahrzeuge kamen aufgrund der zerstörten Infrastruktur nicht direkt bis zum Einsatzort. Bei der Rettung musste sich ein Strömungsretter mit einer im Wasser ausharrenden Person mehrere hundert Meter abtreiben lassen, bevor beide mittels Winde in den Hubschrauber gehoben werden konnten. Die weiteren Personen wurden durch Hubschrauber und Rettungsboote gerettet. Die gesamte Rettungsaktion hat rund drei Stunden gedauert, ein Kölner Feuerwehrmann wurde dabei leicht verletzt. Die Kölner Strömungsretter und der Intensivtransporthubschrauber „Christoph Rheinland“ bleiben weiter vor Ort im Einsatz. Die Einsatzschwerpunkte in Köln bleiben weiterhin vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und vollgelaufene Unterführungen. Einheiten des Technischen Hilfswerk unterstützen die Pumparbeiten im Stadtgebiet. Im Einsatz sind 380 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, 150 Kräfte der Hilfsorganisationen, 225 Kräfte der Berufsfeuerwehr und rund 50 Kräfte des THW. Zur Verarbeitung des Einsatzgeschehens, vor allem für die Kräfte, die im Kreis Euskirchen eingesetzt sind, leisten speziell ausgebildete Teams psychosoziale Unterstützung.

Einsätze gehen weiter – noch rund 700 offene Einsatzstellen im Stadtgebiet (Pressemeldung vom 16.07.2021, 10:06 Uhr)
Nach einer kurzen Unterbrechung in der Nacht sind ehren- und hauptamtliche Feuerwehrkräfte wieder stadtweit im Einsatz. Absolviert haben sie bis gestern Abend mehr als 3.000 Einsätze, 718 sind noch offen. Aktuell gibt es fünf Schwerpunkteinsätze in Köln: Die Haltestelle Geldernstraße ist noch meterhoch überflutet, in der von-Bodelschwinghstraße stehen 300.000 Liter in einem Keller, auch die S-Bahnunterführung in der Vitalisstraße ist noch überflutet, in der Sporthochschule Müngersdorf steht ein Technikraum unter Wasser und in der Emmy-Nöthen-Straße ist eine 40 Mal 20 Meter große Fläche etwa ein bis zwei Meter überflutet. Die Freiwilligen Feuerwehren sind in Schichten im Stadtgebiet im Einsatz. Ebenfalls seit gestern sind auch die Auszubildenden der Feuerwehrschule im Einsatz, um vor allem Keller leer zu pumpen. Darüber hinaus wird auch im Umland weiter unterstützt. Im Rhein-Erft-Kreis wurde der Fahrer eines Autos von den Höhenrettern und dem Rüstzug der Kölner Feuerwehr gerettet, dessen Auto auf einer unterspülten Straße verunglückte. Darüber hinaus bleiben die Kölner Strömungsretter weiter in Erftstadt im Einsatz. Allein gestern konnten sie elf Personen aus den überfluteten eingeschlossenen Gebieten retten. Über das Gefahrentelefon gingen seit gestern 10 Uhr rund 1.100 Anrufe ein. Der Notruf wurde seit Mittwoch mehr als 11.500 Mal gewählt. Die Stadt Köln beobachtet die Lage im Umland und prüft weitere Unterstützungsmaßnahmen.

Herausgeber:
Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin
Berufsfeuerwehr – Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz
Lagedienst